Die Nr. 1 auf den Arber

Posted on Sep 16, 2015 in Draussen

Auch wenn der Große Arber als Tourismusmagnet mit seinen Skihängen und der Sesselbahn bei den Einheimischen als Wanderberg zu Unrecht eine geringere Bedeutung hat, ist er dennoch der König der Bayerwaldberge. An ihm führt kein Weg vorbei – und viele Wege führen auf ihn. Die höchsten Ziele (immerhin 1456 Meter) müssen aber nicht immer herausfordernde Höchstleistungen sein. Für mich die schönste und zugleich eine der moderatesten Routen (Wanderweg rote und grüne Nr.1) verläuft vom Bretterschachten übers Mittagsplatzl an der Westseite auf den Gipfel. Der gemächliche Aufstieg von nur 450 Höhenmetern in 1,5 Stunden gibt genügend Gelegenheit zum Schauen und Genießen – und Sehenswertes bietet die abwechslungsreiche Strecke reichlich.

Vom Parkplatz am Langlaufzentrum am Bretterschachten führt der Weg anfangs über viel Offenland, mit Gräsern, Wildblumen und vom Orkan Kyrill zurückgebliebenem Totholz. Nach einem kurzen Stück Forststraße wechselt der Weg in den lichten Mischwald mit unzähligen Heidelbeersträuchern am Wegrand. Auf halber Strecke kündigt in den Sommermonaten bereits Glockenleuten den mit Jungvieh bewirtschafteten Schachten am Mittagsplatzl an. Beim Bankerl ist es Zeit für einen Zwischenstopp, um dieses pure Naturidyll mit Urwaldbestand im Hintergrund und der 400 Meter fast senkrecht abfallenden Arberseewand im Vordergrund zu genießen.

Weiter über einen kurzen Abstieg in die Bodenmaiser Mulde. Dann geht der bequeme Weg in den Hochwald über – immer geradeaus mit direktem Blick auf das Ziel. Nach dem letzten etwas steileren 20-minütigen Anstieg breitet sich schon das ungewöhnlich weitläufige, mit Gras bewachsene Gipfelplateau aus. Rundherum sind die vier eigentlichen Gipfel, der Bodenmaiser Riegel, der Hauptgipfel und der Kleine und Große Seeriegel, zu sehen. Am dominantesten sind jedoch die beiden Radarkuppeln der Luftwaffe. Es lohnt sich, einmal um das Plateau zu wandern, um dann vom Hauptgipfel aus den grandiosen Rundumblick auf die Gipfel des Oberen Bayerischen und Böhmischen Waldes zu studieren, die dazwischenliegenden Täler und Ortschaften zu identifizieren und den Blick übers Waldmeer streifen zu lassen. Die Sicht reicht bei gutem Wetter bis in die Ebenen vor Deggendorf und Pilzen. Im Süden bildet schließlich eine imposante Gipfelsilhouette der Alpen den Horizont. An kaum einem Ort lässt sich die Weite, Wildnis und Schönheit des Bayerischen Waldes besser erleben.

Eine Karte und GPS-Daten zur Tour sind zum Beispiel auf outdooractive.com zu finden.

Bild: © Daniel Reißner

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