Fünf Tage im Juli

Posted on Sep 26, 2015 in Leben, Lektüre, Leute

Erfreulicherweise stoße ich immer wieder auf zeitgenössische Künstler und Kulturschaffende nach meinem Geschmack, die (ursprünglich) aus dem Bayerischen Wald kommen und in ihrer Arbeit starken Bezug auf ihre Heimat und Herkunft nehmen.

Franz Xaver Karl ist so einer. 1961 in Schönberg im Bayerischen Wald geboren und aufgewachsen, lebt in München und ist vor allem als Macher der Sendung Capriccio im Bayerischen Fernsehen bekannt. Auch im Münchner Szenemagazin Super Paper findet man seine Kolumne. Als Schriftsteller hat er bisher drei Bücher veröffentlicht. Fünf Tage im Juli ist sein dritter Roman, der 2007 im Münchner Blumenbar Verlag erschienen ist. Leider gibt es den tollen Verlag in seiner ursprünglichen Form nicht mehr. Das Buch ist aber noch gebraucht und im Antiquariat erhältlich.

Die Geschichte von »Fünf Tage im Juli« ist sicher kein leichter Sommerroman. F.X. Karl schreibt darin aus der Sicht des Protagonisten Florian, einem nicht mehr ganz jungen Kulturschaffenden in München, der seine Eltern in Schönberg im Bayerischen Wald besucht. Die darauffolgenden fünf Tage werden die letzten seines totkranken Vaters sein. In Vorausahnung dieses Ereignisses bringt das Treffen mit den Eltern und Geschwistern eine Reihe innerer und äußerer Konflikte hervor. Man möchte in dieser Geschichte durch anspielungsreiche und realistische Beschreibungen von Leuten, Orten und regionalen Gegebenheiten fast schon autobiografische Zusammenhänge vermuten. In die nachdenklich stimmende Handlung eingebettet, machen sie es zu einem besonderen und sehr lesenswerten Buch.

Bild: © Daniel Reißner

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