Eins vorneweg: Ich kann es gar nicht positiv genug betonen, wie wichtig und gut es ist, was der Nationalpark für die Region tut und bedeutet. Das zeigt sich auch im kleinen aber feinen kulturellen Begleitprogramm, das u.a. regionalen Künstlern mit naturaffinen Themen eine Plattform bietet. Aktuell sind bis 8. November im Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau Bastian Kalous Sofortbildfotografien ausgestellt.
Bastian Kalous braucht man mittlerweile vielen Leuten nicht mehr vorzustellen. Er hat in nur wenigen Jahren mit seiner Polaroidfotografie und seinem ganz speziellen Blick auf die wilde Natur des Bayerischen Waldes erstaunliche Bekanntheit erlangt. Das Bayerische Fernsehen hat ihn bereits mehrmals portraitiert. Unter anderem in der Kultursendung Capriccio. Seine Bilder zieren Magazine wie Walden und Muh oder auch Plattencover finnischer Indie-Bands. Ganz besonderes Ansehen genießt er in der Polaroid-Gemeinde. Dafür sorgen vor allem seine regen Internet-Aktivitäten und die weltweite Vernetzung.
Bastian und ich kennen uns schon seit den späten Neunzigern, lange vor seiner Fotografiekarriere. Wir teilten viele Jahre die gleiche Leidenschaft fürs Skateboardfahren. Nachdem er vor ein paar Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufhörte, wunderte es mich nicht, dass seine Motivation und sein Talent in einem neuen Hobby zu etwas noch Herausragenderem führten.
Etwas ist dennoch geblieben: seinen Bildern wohnt trotz der statischen Ruhe eine wilde Lässigkeit und unkonventionelle Ästhetik inne, zu der man wohl eher durch Skateboardkultur findet, als durch das sonst übliche Erwachsenwerden eines Durchschnitts-Bayerwaldlers. Auch haben seine Fotos generell etwas amerikanisches an sich. So wie er die Wildnis des Bayerischen Wald abbildet, erinnert sie manchmal an die amerikanischen Nationalparks. Nicht zuletzt ist es auch sein Siedler-Vintage-Stil mit Hut und Hosenträger, die er immer wieder in seinen Bilder trägt.
Einen erheblichen Teil der Faszination durch seine Bilder macht die unnachahmliche Wirkung der Polaroidfotografie aus. Sie überzeichnet die Motive, macht sie weich und verwaschen, verfärbt und ästhetisiert sie, wie es durch Instagram leider momentan auch wieder modern wurde. Aber natürlich ist das nicht vergleichbar. Bastian Kalous verwendet alte Restbestände von abgelaufenem Filmmaterial. Und damit kommt es per Zufall zu Störungen, Farbverschiebungen und einer Materialität, zu der keine Software im Stande ist. Es sind also Chemie und Technik ein Teil der Kunst, für die Bastian Kalous mit seinem einmaligen Blick auf die Schönheit und Wildnis des Bayerischen Waldes den perfekten Einsatzort gefunden hat.
Im Internet kann man unter anderem auf folgenden Seiten in Bastian Kalous Bilderwelt eintauchen:
bastiankalous.com
stampsy.com
flickr.com
Bild: © Daniel Reißner / Bildmotiv: © Bastian Kalous
Bastian
14/10/2015Hey Daniel.
Vielen Dank für den tollen Beitrag ?
Daniel Reissner
14/10/2015Hi Bastian, sehr gerne! Ich hoffe es passt inhaltlich alles. 🙂